Research Associates

Mehrere Research Associates nutzen die Möglichkeiten des Leo Baeck Institutes und leisten einen wichtigen Beitrag zu unseren akademischen Aktivitäten.

Sander L. Gilman

ist Distinguished Professor der Freien Künste und Wissenschaften an der Emory Universität. 2004-2005 war er ein Weidenfeld Gastprofessor der europäischen vergleichenden Literatur an der Universität von Oxford. Als Kultur- und Literaturhistoriker ist er Autor oder Herausgeber von über 70 Büchern. Seine erste Biographie Jurek Becker – A Life in Five Worlds erschien 2003 und seine viel anerkannte Monographie Fat Boys: A Slim Book erschien 2004; seine neueste herausgegebene Ausgabe ist Smoke: A Global History of Smoking (mit Zhou Xun) erschien ebenfalls 2004. Er ist Autor der grundlegenden Studie über die visuelle Typisierung psychisch Kranker, Seeing the Insane, veröffentlicht von John Wiley und Söhne 1982 (Neuauflage 1996) und der Standardstudie Jewish Self-Hatred, eine Johns Hopkins University Press Monographie von 1986. 25 Jahre lang war Gilman Mitglied der geisteswissenschaftlichen und medizinischen Fakultäten an der Cornell Universität, in der er eine Goldwin Smith Professur der Humanstudien besaß. Sechs Jahre lang besaß er ebenfalls die of the Liberal Arts in Human Biology an der Universität von Chicago. 1990-91 war er Visiting Historical Scholar an der National Library of Medicine, Bethesda, MD; 1996-97 war er Mitglied des Center for Advanced Study in the Behavioral Sciences, Stanford, CA; 2000-2001 Berlin prize fellow an der American Academy in Berlin. Er war Gastprofessor an zahlreichen Universitäten in Nordamerika, Südafrika, im Vereinigten Königreich, deutschland und Neuseeland. Gilman war 1995 Präsident der Modern Language Association. Ebenfalls erhielt er einen Ehrendoktortitel in Jura an der Universität von Toronto 1997 und wurde zum Honorarprofessor der Freien Universität Berlin gewählt.

Birgit R. Erdle, Dr. phil.,

Literaturwissenschaftlerin, Lehrtätigkeit an der Universität München, der Akademie der Bildenden Künste in München, der Universität Zürich, und der Technischen Universität Berlin. Verschiedene Veröffentlichungen zur deutsch-jüdischen Geschichte, zur Nachgeschichte von Nationalsozialismus und Shoah, und zur Geschichte literarischer Gedächtnisfiguren seit 1800. Publikationen u.a.: Antlitz, Mord, Gesetz. Figuren des Anderen bei Gertrud Kolmar und Emmanuel Lévinas. Wien: Passagen, 1994 zuletzt: Sich öffentlich der Gesellschaft einverleiben. Die Konstellation Friedländer – Schleiermacher, in: Das Politische. Figurenlehren des sozialen Körpers nach der Romantik. Hg. Ethel Matala de Mazza, Uwe Hebekus, Albrecht Koschorke, München: Fink, 2003 Die aufgeschobene Theorie des Vergessens bei Walter Benjamin, in: Vergessen: Medien – Rituale – Orte. Hg. Günter Butzer, Manuela Günter, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2004.
Mitherausgeberin von: Fünfzig Jahre danach. Zur Nachgeschichte des Nationalsozialismus. Zürich: vdf, 1996
Mimesis, Bild, Schrift. Ähnlichkeit und Entstellung im Verhältnis der Künste. Köln/Wien: Böhlau, 1996

Trauma. Zwischen Psychoanalyse und kulturellem Deutungsmuster. Köln/Wien: Böhlau, 1999
Projekt (Forschungsstipendium): Geschichtsdenken und Konzepte der Tradierung in den Schriften von Freud, Kafka und Heine

Christian Strub,

PD Dr. phil., Philosoph, lehrte und lehrt an den Universitäten Freiburg i.Br. und Hildesheim. Nach Publikationen zur Metaphorologie (Kalkulierte Absurditäten. Versuch einer historisch reflektierten sprachanalytischen Metaphorologie, Freiburg i.Br.: Alber 1991), zur Frühscholastik und dem neuzeitlichen Systembegriff liegt sein Schwerpunkt jetzt neben der Arbeit an dem Projekt Moralphilosophie im Nationalsozialismus auf dem Gebiet der praktischen und Kulturphilosophie. 2005 wird von ihm erscheinen: Sanktionen des Selbst. Zur normativen Praxis sozialer Gruppen, Freiburg i.Br. 2005 und Vom freien Umgang mit Gepflogenheiten. Eine Wittgensteinsche Perspektive auf die praktische Philosophie, Paderborn: mentis 2005. Ferner Arbeit an zwei philosophischen Editionen: Petrus Abaelardus, Glossae super Perihermeneias (mit Klaus Jacobi) und Charles S. Peirce, Lowell Lectures 1903 (mit Helmut Pape).

Projekt (Forschungsstipendium): Moralphilosophie im Nationalsozialismus

Tanja Hetzer,

MA, Historikerin, studierte in Zürich und Bielefeld. Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die “Unabhängige Expertenkommission: Schweiz – Zweiter Weltkrieg” (1997-1999) und für die “Unabhängige Historische Kommission zur Erforschung der Geschichte des Hauses Bertelsmann im Dritten Reich” in München (1999-2002). Zur Zeit ist sie Doktorandin der Universität Sussex und Research Associate des Leo Baeck Instituts und der Wiener Library in London.
Ihr erstes Buch erschien unter dem Titel: Kinderblick auf die Shoah. Rekonstruktion der Erinnerung bei Ilse Aichinger, Hubert Fichte und Danilo Kiš, Würzburg: Königshausen & Neumann, 1999.
Co-Autorin von zwei Büchern: Die Schweiz und die Flüchtlinge zur Zeit des Nationalsozialismus, Bern 20o2; Bertelsmann im Dritten Reich, Gütersloh: Bertelsmann Verlag 2002.

Projekt: Antisemitismus und Politische Theologie in Deutschland, 1930-1950