European Leo Baeck Lecture Series London 2011: New perspectives on Jewish-non-Jewish relations

Sie können den englischen Flyer hier herunterladen.

Eine Vorlesungsreihe organisiert vom Leo Baeck Institute London, dem Jüdischen Museum, Frankfurt am Main und dem Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main, in Zusammenarbeit mit dem German Historical Institute London.

Die diesjährige Vorlesungsreihe wird neue Perspektiven auf jüdisch-nichtjüdische Beziehungen behandeln. Ein Aspekt, mit dem wir uns beschäftigen werden, ist das Phänomen des “Philosemitismus”. Während es eine alte Tradition in der Englisch-jüdischen Geschichte hat, ist es ein sehr neues, post-Holocaust Phänomen in der Deutsch-jüdischen Geschichte. Wir wollen erforschen wie sich die Annäherung an Juden und jüdische Geschichte in den verschiedenen sozialen und kulturellen Umfeldern in der Vergangenheit geändert hat.

Die Lesungen finden im German Historical Institute, 17 Bloomsbury Square, London WC1A 2NJ statt und beginnen pünktlich um 19.00 Uhr.

Der Eintritt ist frei, bitte reservieren Sie jedoch Plätze durch Anruf (+44 (0)20 7882 5690) oder senden Sie eine Email an das Leo Baeck Institute.

Programm

3. Mai 2011

Dr. Adam Sutcliffe (Kings College, UK)

A brief History of Philosemitism

Philosemitism is often misunderstood as simply antisemitism in sheep’s clothing. This lecture will argue that it is, on the contrary, a real and important phenomenon, with deep roots in both secular and Christian attitudes to Jews. The lecture will survey the history of philosemitism, from its emergence in the ancient world and in the early theology of Christianity, through its medieval, early modern and nineteenth-century role in politics, literature and culture, to its major manifestations in recent decades, from evangelical Christian supporters of Israel to the tourism and klezmer scene in Eastern Europe. It will also include a discussion of the complex role of philosemitism in contemporary global politics.

Adam Sutcliffe teaches European and Jewish history at King’s College London. He is the author of Judaism and Enlightenment (2003), and the co-editor of Philosemitism in History (Cambridge University Press, 2011).

Der Vortrag wird im German Historical Institute, 17 Bloomsbury Square, London WC1A 2NJ stattfinden und um 19.00 Uhr beginnen.

24. Mai 2011

Prof. Sander L. Gilman (Emory University, USA)

Why the Jews are the smartest people in the universe and why this is a bad thing

Behauptungen über die intellektuelle Überlegenheit der Juden tauchen selbst im 21. Jahrhundert noch regelmäßig auf. Moderne Genetik beweist angeblich, dass schlau sein ein Aspekt von “jüdisch sein” ist. Kann es schlecht sein, wenn andere denken, dass man schlau ist? Die Behauptung offenbart  selber, dass sie eine hinterhältige Form von Philosemitismus ist, einer Form des Antisemitismus, welche sich traditionell als Juden-unterstützend getarnt hat. Oft sind es die vermeintlichen Freunde, um die man sich Sorgen machen muss.

Sander L. Gilman ist ein distinguished professor of the Liberal Arts and Sciences und Professor der Psychiatrie an der Emory University. Er ist Autor oder Herausgeber von über 80 Büchern. Obesity: The Biography erschien mit Oxford University Press (2010); sein neuster herausgegebener Band ist Wagner and Cinema (mit Jeongwon Joe, 2010). Er ist der Autor von der grundlegenden Studie visueller Stereotypen geistiger Krankheiten, Seeing the Insane (1982), wie auch Jewish Self-Hatred (1986). 25 Jahre war er Mitglied der humanities and medical faculties an der Cornell University, wo er die Goldwin Smith Professorship of Humane Studies innehat.

Der Vortrag wird im German Historical Institute, 17 Bloomsbury Square, London WC1A 2NJ stattfinden und um 19.00 Uhr beginnen.

7. Juli 2011

Dr. Nadia Valman (Queen Mary, University of London)

The Virtuous Jewess. Gender and Semitic Discourse in 19th Century England

From the medieval ballad of the Jew’s daughter who seduces a young Christian boy in order to murder him, to Shakespeare’s uncertain apostate Jessica, the Jewess held a marginal place in English literary history. In the nineteenth century, however, she became a literary preoccupation. In this lecture, Nadia Valman traces the story of the Jewess, from its birth in Romantic and Evangelical writing through myriad rewritings in both popular and high literature. The literary Jewess – invariably beautiful, virtuous and tragic – dramatically reveals the dynamic and ambiguous responses to Jews in England in this period.

Dr Nadia Valman is Senior Lecturer in Nineteenth-Century Literature at Queen Mary, University of London, the author of The Jewess in Nineteenth-Century British Literary Culture (Cambridge University Press) and the co-editor of five books on Jews and British literature.

Der Vortrag wird im German Historical Institute, 17 Bloomsbury Square, London WC1A 2NJ stattfinden und um 19.00 Uhr beginnen.

28. Juli 2011

Dr. Anthony Kauders (Keele University, UK. LMU München, D)

A Strange Kind of Love: Philosemitism in German-Jewish History

Jüngste Betrachtungen von Philosemitismus (in Deutschland) haben das Phänomen als entweder nichtexistent, als Tendenz Juden zu verdinglichen oder als eine Projektion nichtjüdischer Phantasien abgelehnt.  Der Vortrag soll versuchen das Gleichgewicht wiederherzustellen, durch die Argumentation, dass das Studium des Philosemitismus es Historikern ermöglichen könnte die Natur jüdisch-nichtjüdischer Beziehungen besser zu verstehen, und dadurch eine alternative Annäherung zu den umfassenden wissenschaftlichen Blickwinkeln auf Antisemitismus zu bieten.

Dr. Anthony D. Kauders unterrichtet im Department of History an der University of Keele. Er forscht zurzeit an dem Thema der deutschen Rezeption von Psychoanalyse als Bestandteil eines zweijährigen Stipendiums der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) an der Universität von München. Dr. Kauders hat umfassend auf dem Gebiet der deutsch-jüdischen Geschichte veröffentlicht. Seine aktuellste Monographie Unmögliche Heimat erschien mit der Deutschen Verlags-Anstalt in 2007.

Dieser Vortrag findet im Pearson lecture theatre, Pearson Building, UCL, Gower Street, London WC1 6BT statt und wird um 19.00 Uhr beginnen.